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Der Wettlauf um eine nachhaltige Zukunftsgestaltung

INVESTITIONEN VON MEHREREN BILLIONEN DOLLAR IN DIE KLIMANEUTRALE INDUSTRIE ERWARTET DIE EU IN DEN KOMMENDEN JAHREN. DOCH IM RENNEN UM GRÜNE UNTERNEHMEN HAT CHINA DIE NASE VORN UND DIE USA LOCKEN MIT HOHEN SUBVENTIONEN. SCHAFFT ES DIE EU DENNOCH AN DIE SPITZE?

Der Schweizer Solarzellenhersteller Meyer Burger sucht sein Glück in den USA. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bietet dem Unternehmen höhere Subventionen in Form von Darlehen und Steuersenkungen als die EU. Meyer Burger will in Colorado ein zusätzliches Werk bauen und qualifiziert sich damit für Steuergutschriften von bis zu 1.4 Milliarden Dollar in den kommenden Jahren. Möglich machen solche Subventionen der neu geschaffene Inflation Reduction Act (IRA). Damit sollen die Treibhausgasemissionen der USA im Vergleich zu 2005 bis 2030 um 40 Prozentgesenkt werden. Der IRA schafft Anreize für die grüne Industrie, also für Unternehmen, die in erneuerbare Energien investieren. Profiteure davon sind unter anderem Hersteller von Solar-,Wind-, Batterie- und Elektrofahrzeugkomponenten.

Kann die EU mit den USA mithalten?

Die hohen Investitionen, welche die Biden-Regierung erlassen hat, sind der EU ein Dorn im Auge. Mit dem Green Deal Industrial Plan will sie Paroli bieten, damit ≪Europas klimaneutrale Industrie sich behaupten kann≫, wie es auf der Website der Europäischen Kommission dazu heisst. Das Programmstellt bis 2050 über 660 Milliarden Euro in der EU zur Verfügung, mit dem Ziel, neue, private Investitionen in klimaneutrale Unternehmen in Hohe von rund4 Billionen Euro zu generieren.

Der Plan umfasst vier Massnahmen:

  1. Bürokratie abbauen
  2. schnellere Zugange zu Finanzierungsmöglichkeiten
  3. Ausbildung neuer Fachkräfte
  4. Offenere Handelsbeziehungen

Bei den Handelsbeziehungen gibt es ein grosses Aber. Mit dem Wissen, dass andere Industrieländer auch mit milliardenschweren Subventionen um grüne Unternehmen kämpfen, will die EU ≪unerwünschte Nebeneffekte im Wettbewerb für die eigene Netto-Null-Industrieverhindern≫, heisst es in einem Bericht der EU-Kommission. Man wolle deshalb die ihr zur Verfugung stehenden ≪Schutzinstrumente≫ nutzen, um den Binnenmarkt zu sichern. Dass solche protektionistischen Massnahmen nötig sind, verdeutlicht das Beispiel des Solarzellenherstellers Meyer Burger. Das Unternehmen musste jüngst grössere Umsatzeinbussen hinnehmen, weil der EU-Markt mit billigen chinesischen Solarprodukten geschwemmt wird.

Europa soll der erste klimaneutrale Kontinent werden.

Europäische Union

Wettbewerbsfähiger und erster klimaneutraler Kontinent bis 2050: Das ist das ambitionierte Ziel des europäischen Green Deals. Mit Investitionen von über 660 Milliarden Euro durch die EU-Mitgliedsländer soll dieses Ziel auch erreicht werden.

Vereinigte Staaten

Die USA wollen bis 2030 40 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2005 senken. Dazu stellt die Regierung mit dem Inflation Reduction Act bis 2030 fast 400 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

China

China investiert seit Längerem in die grüne Industrie und möchte seine Spitzenposition auch in Zukunft behalten: Die Volksrepublik will deshalb bis 2025 über 280 Milliarden US-Dollar in saubere Technologien investieren.

China ist in Führung — wie lange noch?

Im Kampf um die ≪grüne Vorherrschaft≫ hat China in den vergangenen Jahren die Führung übernommen. Das Landsteht heute als mächtiger Konkurrent der USA und der EU im Bereich der Umwelttechnologieindustrie da. China hat die grüne Industrie mit Subventionen unterstützt, die — im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt —lange Zeit doppelt so hoch waren wie jene der EU. Dies habe den Markt verzerrt und dazu geführt, dass die Herstellung mehrerer grüner Technologien derzeit von China dominiert wird, schreibt die EU-Kommission. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sich die EU diese ehrgeizige Agenda gesetzt hat, um wirtschaftlich, geopolitisch und ökologisch zu China und den USA aufzuschliessen und laut der EU der erste klimaneutrale Kontinent zu werden.

Lebensräume von morgen

Die EU schafft mit dem Green Deal eine Grundlage für die Zukunft, um die grüne Infrastruktur auszubauen und so Lebensräume zu erhalten und neue zu schaffen. Obwohl die EU auch von protektionistischen Massnahmen, besonders gegenüber China, spricht, ist das langfristige Ziel, einen globalen Green Deal zu schaffen. Denn wenn es der EU gelingt, den Green Deal erfolgreich umzusetzen und als Modell für einen gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit der globalen Umweltkrise bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Erfolg zu etablieren, konnte dies auch andere Regierungen beeinflussen. Dies schafft einen positiven Ausblick für unsere Lebensgestaltung von morgen.

Die Globalance-Sicht

Aus Investorensicht ist die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft eine der grössten Anlagechancen schlechthin. Besonders aussichtsreich sind die vier Bereiche Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Energiespeicher und -verteilung sowie Dekarbonisierung beispielsweise in Form von CO2-Abscheidung. Unternehmen, die sich mit innovativen Produkten und Dienstleistungen in diesen Nischen erfolgreich positionieren, dürfen von jährlichen Wachstumsraten in Höhe von 15 bis 30 % ausgehen, was sie zu langfristig attraktiven Anlagen macht. Zeitgleich sollten Anleger und Anlegerinnen darauf achten, keine CO2-intensiven Anlagen im Portfolio zu halten. Mit Blick auf die Netto-Null-Ziele werden diese zunehmend unter Druck geraten.

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